Das Magische Dreieck der Geldanlage

 

Eine hohe Rendite, maximale Sicherheit und das bei permanenter Verfügbarkeit des eigenen Kapitals. Dies ist sicherlich die Beschreibung der optimalen Geldanlage und gleichzeitig der Wunsch eines jeden Anlegers und Sparers.

Wer sich aktiv mit der Kapitalanlage auseinandersetzt wird schnell zu der Erkenntnis kommen, dass dies eine Wunschvorstellung bleibt. Es lassen sich schlichtweg nicht alle Punkte unter einen Hut bringen. Mehr Rendite geht zu Lasten der Sicherheit und der Liquidität. Eine generelle Verfügbarkeit geht zu Lasten der Rendite.magisches_dreieck

Ein Zinsvergleich von Tages- und Festgeldkonten macht dies bereits deutlich. Beim Tagesgeldkonto kann man täglich über sein Kapital verfügen und es auf ein Girokonto überweisen. Ob beide Konten bei der selben Bank sind, ist dabei unerheblich. Unter Umständen dauert es einen Tag länger bis das Geld auf dem Girokonto gutgeschrieben wird. Im Vergleich zum Festgeldkonto, wo das Kapital über mehrere Jahre festgelegt werden kann, ein marginaler Zeitunterschied.

Für dieses hohe Maß an Liquidität zahlt der Anleger / Sparer mit einer vergleichsweise niedrigen Verzinsung auf sein Kapital.

Beim Festgeldkonto hingegen verzichtet der Anleger auf Liquidität bzw. kann für einen längeren Zeitraum nicht über das Kapital verfügen. Dies eröffnet den Banken in der Regel einen größeren Spielraum und mehr Planungssicherheit. Diese Planungssicherheit honoriert die Bank daher mit einer höheren Verzinsung.

Anhand des o.g. Beispiels wird schnell klar – hohe Rendite und permanente Liquidität lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Je nach Zielsetzung bei der Geldanlage müssen Abstriche gemacht werden. Wichtig ist, sich zu jedem Zeitpunkt über seine persönliche Situation und seine Zielsetzung für die kommenden Monate und Jahre im Klaren zu sein.

Steht eventuell eine größere Anschaffung bevor, für die ich einen Großteil meines Kapitals benötige, bietet sich keine Festgeldanlage über mehrere Jahre an. Auch eine Aktienanlage ist hier nicht empfehlenswert, da aufgrund von Kursschwankungen eventuelle Verluste realisiert werden müssen und das eingesetzte Kapital nicht mehr in voller Höhe für die Anschaffung zur Verfügung steht. Auch hier muss ich über einen längeren Zeitraum auf mein Kapital verzichten können, um mit höherer Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

Benötige ich also mein Kapital zeitnah, muss ich zwingend auf Rendite verzichten.

Eine pauschale Aussage darüber, welche Kriterien bevorzugt beachtet werden sollten, lässt sich daher nicht treffen. Sicherheit muss nicht zwingend vor Rendite oder Liquidität stehen. Hier muss jeder Anleger eine seiner Lebenssituation und persönlichen Zielsetzung angemessene Entscheidung treffen.

Dafür muss man sich im Klaren sein, wie man für sich selber Rendite, Sicherheit und Liquidität definiert. Ist eine hohe Rendite schon bei 2% oder erst bei 5% p.a. gegeben? Außerdem ist es wichtig die Eigenschaften der verschiedenen Vermögensanlagen hinsichtlich dieser drei Kriterien zu kennen. Welche Anlage bietet durchschnittlich X% Rendite? Welche Anlage könnte am sichersten sein und warum ist das so? Inwieweit lassen sich Sicherheit und Liquidität verbinden?

Alles Fragen, die geklärt sein sollten bevor man sich für eine langfristige Anlage entscheidet und dafür reichen 15min Internetrecherche nicht aus. Dafür geht es bei dieser Entscheidung auch um verhältnismäßig hohe Beträge. Zumindest diese sollten mehr als 15min wert sein.

Was man genau unter den drei Anlagekriterien versteht, wird im folgenden näher erläutert:

 

Sicherheit

Sicherheit:

Unter Sicherheit ist grundsätzlich der Vermögenserhalt zu verstehen. Damit ist gemeint, dass das Kapital zumindest nominell nicht geringer wird.

Bei der Sicherheit der Kapitalanlage sind viele verschiedene Risiken zu berücksichtigen. Zu diesen Risiken gehören beispielsweise die Bonität des Schuldners oder, wie oben bereits angesprochen, Kursschwankungen bei Aktien, Fonds oder ETF´s.

Diese Kursschwankungen können wiederum durch verschiedenste Risiken entstehen und ganz unterschiedliche Gründe haben. In den Kursschwankungen spiegeln sich generell die wirtschaftlichen Erwartungen, politische und konjunkturelle Risiken/ Chancen wieder. Hinzu kommen können unter Umständen auch noch Währungsrisiken und Chancen bei Investitionen in anderen Währungsräumen wie zum Beispiel den USA, Schweiz oder Russland.

Nicht alle Eier in einen Korb legen“

Um die Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt es sich, sein Kapital in verschiedene Anlageformen zu investieren und somit eine hohe Diversifizierung des Vermögens zu erreichen.

Um dies zu erreichen, sollte das Vermögen auf verschiedene Assetklassen (Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Immobilien, Sichteinlagen, etc.) verteilt werden. Zudem sollte bei der Anlage in Aktienmärkten auch auf eine Streuung in verschiedene Regionen und Branchen geachtet werden. So kann das Risiko entsprechend minimiert werden.

 

Liquidität

Liquidität:

Die Liquidität steht für die benötigte Dauer um das angelegte Kapital in Sichteinlagen bzw. Bargeld umzuwandeln, sodass über das Kapital wieder frei verfügt werden kann. Die Liquidität ist ein sehr wichtiges Anlagekriterium, da der Anlagehorizont (Wie lange kann ich auf das eingesetzte Kapital verzichten) und die Liquidität der Anlageform zwingend aufeinander abgestimmt sein müssen.

Verfügt man über einen langen Anlagehorizont, (5 bis 7 Jahre) sollte bewusst auf Liquidität verzichtet werden, da ansonsten wenig Möglichkeiten bestehen, eine dem Anlagehorizont angemessene Rendite zu erzielen. Im Gegensatz dazu sollte bei einem kurzen Anlagehorizont ( < 1 Jahr) der Fokus auf die Liquidität gerichtet sein. Steht das Kapital nicht zur Verfügung wenn es benötigt wird, muss unter Umständen eine Zwischenfinanzierung erfolgen. Die dabei anfallenden Zinsaufwendungen werden in der Regel die Rendite aus der Kapitalanlage übersteigen, sodass unterm Strich sogar eine negative Rendite entstehen kann.

 

Rentabilität

Rentabilität:

Die Rentabilität beschreibt das Verhältnis des Ertrags aus der Anlage im Vergleich zum getätigten Kapitaleinsatz.

Wie rentabel eine Geldanlage ist, hängt von erzielten Erträgen aus dieser Anlage ab. Zu den Erträgen gehören grundsätzlich alle Vermögenszuflüsse oder Vermögensmehrungen die aufgrund des Investments erzielt oder gezahlt werden. Zu diesen Erträgen gehören beispielsweise Zinszahlungen von Banken oder Dividendenzahlungen eines Unternehmens an dem der Anleger beteiligt ist.

Je nach Anlageform können auch Kurssteigerungen (Wertsteigerung des Wertpapiers) zu Erlösen führen. Voraussetzung ist hierfür allerdings eine Realisation der Kurs- und Wertsteigerung.


 

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