Besteuerung von Kapitalerträgen

Besteuerung von Kapitalerträgen:

Grundsätzlich gilt seit dem 31.12.2008 die sog. Abgeltungssteuer. D.h. alle Wertpapiere bzw. Aktien, Fonds und auch ETF´s werden im Rahmen der Abgeltungssteuer einheitlich besteuert. Die Haltedauer hat auf die Besteuerung keinen Einfluss mehr.

Bei der Anlage in Aktien, Fonds oder ETF´s (keine abschließende Aufzählung) können nur noch in zwei Fällen Steuern anfallen. Einmal bei der Erzielung eines Veräußerungsgewinns (§20 Abs. 2 Einkommensteuergesetz – EStG -) oder wenn Dividenden oder Zinserträge anfallen (§ 20 Abs. EStG).

Besteuerung von Veräußerungsgewinnen:

Die Besteuerung der Veräußerungsgewinne ist generell unkompliziert. Hier wird der Veräußerungsgewinn mit 25% versteuert. Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von zur Zeit 5,5 Prozent in Bezug auf die Abgeltungssteuer.

Darüber hinaus wird für Angehörige einer Religionsgemeinschaft die Kirchensteuer fällig, die nochmals mit 8 oder 9 Prozent auf den Steuerbetrag zu Buche schlägt. Die Kirchensteuer führt jedoch gemäß § 32d (1) EStG zu einer geringfügigen Minderung der Abgeltungssteuer, da die Kirchensteuer als Sonderausgabe abzugsfähig ist.

Dazu folgender Vergleich:

KiSt-pflicht keine KiSt
Veräußerungsgewinn 3.000,00 € 3.000,00 €
Freibetrag 801,00 € 801,00 €
steuerpfl. Veräußerungsgewinn 2.199,00 € 2.199,00 €
Abgeltungssteuersatz 24,45% 25,00%
Abgeltungssteuer 537,66 € 549,75 €
Solidaritätszuschlag (5,5% von d. Abgeltungssteuer 29,57 € 30,24 €
Kirchensteuersatz (9% o. 8%) 9,00% 0,00%
Kirchensteuer 48,39 € 0,00 €
Steuerlast insgesamt 615,62 € 579,99 €

Ab dem 31.12.2008 hat die Kapitalertragssteuer eine sog. Abgeltungswirkung. D.h. die Steuerschuld ist mit der Kapitalertragssteuer abgegolten. Daher kommt der Begriff der sog. Abgeltungssteuer.

Mit Einführung der Kapitalertragssteuer wurde die Sicherstellung der Besteuerung an die Bank bzw. die Depotbank bei inländischer Fondsverwahrung übertragen. Das bedeutet, dass die Kapitalertragssteuer von der Depotbank einbehalten und an den Fiskus abgeführt wird. Dem Anleger obliegt sodann keine weitere Steuerpflicht. Voraussetzung dafür ist allerdings, das sämtliche Besteuerungsmerkmale (Religionsgszugehörigkeit, Sparer-Freibetrag) auch korrekt bei der Depotbank angegeben worden sind.

Sofern dies erfolgt ist, besteht im Rahmen der Einkommensteuererklärung grundsätzlich keine Pflicht zur Angabe der Kapitalerträge. Allerdings kann der Einbehalt von Kapitalertragssteuern im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung überprüft werden. Dies ist immer dann zu empfehlen, wenn das Kapital auf mehrere Depotbanken oder Banken verteilt und der beantragte Sparer-Freibetrag in Höhe von 801,- EUR nicht ausgeschöpft worden ist.

 

Hierzu folgendes Beispiel:

Aus Vereinfachungsgründen wird bei diesem Beispiel auf Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer verzichtet.

 

Hausbank Depotbank I Depotbank II Summe
Kapitalerträge 25,00 € 500,00 € 150,00 € 675,00 €
beantragter Sparer-Freibetrag 601,00 € 100,00 € 50,00 € 801,00 €
den Sparer-Freibetrag übersteigende Erträge 0,00 € 400,00 € 100,00 € 500,00 €
25% KapErSt 0,00 € 100,00 € 25,00 € 125,00 €

 

Aufgrund der ungünstigen Verteilung des Sparer-Freibetrags kommt es dazu, dass bei Depotbank I und II Kapitalertragssteuer einbehalten wird, obwohl die Kapitalerträge insgesamt unter 801,- EUR liegen.

Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung können jetzt die Steuerbescheinigungen der Banken eingereicht und eine Günstigerprüfung durchgeführt werden. Sodann würde es zu einer Erstattung von Kapitalertragssteuer In Höhe von 125,- EUR kommen, da die gesamten Kapitalerträge mit 675,- EUR unter dem Sparer-Freibetrag von 801,- EUR liegen.

Bei Verheirateten beträgt der Sparer-Freibetrag 1.602,- EUR.

Die Kommentare wurden geschlossen